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ÉCRITURE AUTOMATIQUE (7)

Der Sinn von Träumen ist, dass man sich beim Schlafen nicht langweilt. Das ist alles. Max Goldt

Habe geträumt, dass mich eine nachtumspannende Reise bis in den fernen Osten führt, in ein unendlich weit entferntes China oder Hong Kong, alles an der Reise scheint beschwerlich und leicht zugleich. Ich habe einerseits die Flugrouten vor mir, die dargestellt sind wie in einem Indiana Jones Film, bei dem ein dicker roter Strich vor dem Hinter-grund einer gemalten Weltkarte den Reiseverlauf nachzeichnet. Gleichzeitig bin ich aber auch auf einem alten Passagierdampfer unterwegs, mitten in einem Gewimmel von erbärmlich gekleideten Bauern, finsteren Gestalten in schlecht sitzenden Anzügen, bellenden Hunden und gackernden Hühnern. 

Die Atmosphäre ist die aus einem Tim und Struppi Comic aus den vierziger Jahren, lebendig und feindselig zugleich, mysteriös, aber aufregend. Tief in den Eingeweiden einer Metropole voller Pferdefuhren und Rikschas stehe ich an einer Straßenecke vor einem Laden, der bis auf einen kniehohen Mauervorsprung rundum verglast ist und in dem sich unendlich viele Bücher, Zeitungen und Magazine stapeln. Von innen sieht mich eine alte Chinesin in altertümlicher, aber einfacher Kleidung auffordernd an, sie hat einen Stapel Zeitungen und Zeitschriften auf dem Arm, den sie mir übergeben will. Ich werde in eine undurchsichtige Agenten-Geschichte hineingezogen, bei der ich nicht erkennen kann worum es geht, und die mich nochmal um den halben Globus führt. Ich habe aber das Gefühl, diesmal nicht sicher zurückkehren zu können und bin darüber sowohl besorgt als auch schwermütig. Als ich nochmal vor dem gleichen Laden stehe, sieht mich diesmal von innen eine andere alte Frau an, sie ist nicht feindselig, hat aber ihre Augen zusammengekniffen und spuckt mir plötzlich ohne Eile aus einiger Entfernung ins Gesicht. Ihr Speichel tropft langsam von der Scheibe, die uns trennt, auf die darunter liegenden Bücherstapel. Aufgewacht.